Die Programme

30 Jahre JONTEF – Das Jubiläumsprogramm

(Premiere: Mai 2018)

Der Name ist Programm: JONTEF bedeutet Festtag. Ein Festtag mit Musik und Theater, ein Festtag der „klejnen Mentschelach“, mit denen wir vor dreißig Jahren angefangen haben, der Menschen nicht nur im jiddischen Schtetl der Vergangenheit, sondern auch heute, hier und anderswo, der Menschen, die sich begegnen, sich verlieben und verlieren, bekriegen und versöhnen. 

Dreißig Jahre lang haben wir ihnen unsere Stimme gegeben. Sie werden besungen in Volksliedern und von Dichtern wie Heinrich Heine, Joseph Roth, Isaac B. Singer oder Mascha Kaléko. Mit Lust und Liebe haben wir aus unseren Begegnungen ein Geburtstagsprogramm zusammengestellt, das wir unseren Zuhörern widmen. Denn von ihnen handeln unsere Lieder und Geschichten. „Jontefs Musik trifft die Zuhörer mitten ins Herz“, schrieb ein Kritiker. 

Kann man schöner getroffen werden? Grund genug, im Jahr 2018 Jubiläum zu feiern. Dreißig Jahre JONTEF – das macht uns so schnell keiner nach!

Wie die Presse urteilt: „Ohne großen technischen Aufwand, nur durch Wort und Musik und die virtuose Beherrschung der Instrumente erweckt Jontef die überschäumende Lebensfreude, den augenzwinkernden Humor und die Melancholie der Welt des Stedls wieder zum Leben.“

JONTEF ist die einzige Klezmer-Gruppe in Deutschland, die in dieser Weise Wort und Musik verbindet. Dafür haben wir Preise gewonnen und darauf beruht unser Erfolg bei unserem Publikum.

Bin ich verliebt!

(Premiere: März 2005, Wiederaufnahme Dezember 2015)

Zum ersten Mal nimmt Jontef Lieder und Texte des deutschen Juden Heinrich Heine ins Programm und verbindet diese mit der Welt des osteuropäischen Stedls!

Heine steht für die jüdische Erfahrung der Flucht aus dem Land der eigenen Muttersprache und das Leben im Exil. Sein Blick auf die Welt ist vom Lebensgefühl des Außenseiters geprägt, sowohl als Dichter unwiderstehlicher Liebeslyrik und beißender Spottverse wie als Reiseschriftsteller und politischer Journalist, als „Sturmvogel der Revolution“ und „verbotener Sänger“.

Jontef hat einige der schönsten Gedichte Heines neu vertont und daraus zusammen mit vielen neuen „alten“ jiddischen Liedern und Instrumentalstücken ein Programm gestaltet – eine Liebeserklärung nicht nur an Heinrich Heine. Zur Musik tritt das Wort: Gedichte, humorvolle Anekdoten und Geschichten zum Thema Liebe, von Michael Chaim Langer meisterhaft vorgetragen und zelebriert.

Im Traum ist mir heller

(Premiere: Januar 2003)

»Im Traum ist mir heller« erzählt mit Musik, Liedern und Geschichten von Stationen aus dem Leben des Samuel Singer, von einem Schicksal, das stellvertretend für viele andere steht.

Samuel aus Lentczyn in Polen heiratet, das ganze Leben scheint vor ihm und seiner jungen Frau zu liegen. Doch dann suchen Pogrome das Land heim. Samuel und seine Frau müssen auswandern. Sie fahren nach Amerika. Jahre vergehen. Aus Samuel wird Sam, seine Kinder heiraten in Amerika und werden zu Amerikanern. Doch Samuel kann die alte Heimat nicht vergessen. Vierzig Jahre später kehrt er zum ersten Mal in sein Heimatdorf zurück, um seine Eltern zu besuchen.

Wieder haben wir versucht, das Lebensgefühl einer Welt, die barbarisch vernichtet wurde, auszuloten und in musikalische und poetische Bilder umzusetzen.

S ´is gut!

(Premiere: Mai 2001)

S ´is gut -- wann sagt a Jid S ´is gut? Wenn es ihm gut geht? Nein, wenn es ihm schlecht geht, sagt er S ´is gut. Und trotzdem singt er.

„S ´is gut...“, das erste Programm von „Jontef“ als Quartett schildert leidenschaftlich, virtuos und mit komödiantischem Witz die Sorgen und Nöte der jüdischen  Stetlbewohner. Der in Israel gebürtige Sänger und Schauspieler M.Ch. Langer brilliert in der Rolle des jiddischen „Badchen“, einer Mischung aus Sänger, Spaßmacher und Weisheitslehrer. Heiter-verschmitzte Anekdoten über alltägliche Begebenheiten werden konfrontiert mit Liedern wie „Kroke“, das eindringlich das tragische Schicksal der Juden im Krakauer Getto besingt. Die Intensität der Musik steht dem in nichts nach: Die von Joachim Günther brilliant gespielte Klezmerklarinette und das temperamentvolle Akkordeon, Wolfram Ströles virtuose Violine,  der humorige Kontrabass; Musik, in der Wehmut und Ausgelassenheit diese unnachahmliche Verbindung eingehen, deren Charme sofort gefangen nimmt.